Der Blödian wird titanisch – Spiegel-Autor Theurich über Beethoven und Schubert

Du hast’s gut, Du bist doof.

Alte Berliner Volksweisheit

Von Kurt Axtmann

 

Ja, wie alles Andere auch in der Sphäre, in der der Werbetexter Werner Theurich west, der hochstaplerisch als Musikkritiker sich ausgibt, werden Komponisten „gehandelt“. Besonders hübsch stupid formuliert dieser hier schon einmal als flott-fescher Blödian charakterisierte Spiegel-Online-Kulturbafler, was ihm zum Verhältnis Schuberts zu Beethoven durchs Hirn rumpelt:

“Eher selten wird Franz Schubert als Komponistentitan gehandelt. Sein Zeitgenosse Beethoven Anfang des 19. Jahrhunderts schon eher.

Gell, Theurich, so satte, steindumme Sätze sind Frucht Ihrer Bild-Zeitungs-Lektüre, Es war ja diese Ihrer mentalen Disposition ganz adäquate Gazette, die einen erfolgreichen Schlagerfuzzi zum „Poptitan“ erhob. Dass Beethoven auf einen Sockel kam, haben Sie läuten hören; wann und wie aber, wissen Sie arglos Glücklicher nicht. Lassen Sie sich‘s gesagt sein, von einem Besserwisser: Anfang des 19 Jahrhunderts war‘s nicht. Aber das ist Ihnen ja eh wurscht.

Wichtigtuerisch trompetet er qua Zwischenüberschrift, die Essenz von Schuberts Musik endlich zu enthüllen, woran sich immerhin Leute wie Alfred Brendel, Alfred Dürr, Peter Gülke e tutti quanti schon versucht haben. Gut, dass wir den Theurich haben. Also, seine Überschrift:

Die Essenz von Schubert“

Jetzt sind wir gespannt. Mit welchen Klischees wird er hantieren, welche Phrasen bündeln, was für Textbausteine aneinanderreihen. Bissl enttäuschend: Er gibt sich keine Mühe, verliert nicht ein Wort über Schubert, seine Musik, seine Probleme und Problemlösungen. Er macht halt das, was er am besten kann, Reklame:

„Nie wird emotional forciert, der eher karge Klang der Instrumente arbeitete die Essenz von Schuberts Musik und Struktur dafür umso klarer heraus.“

Mehr braucht‘s nicht. Also, endlich Klarheit: Schubert, Essenz, irgendwie hat das wohl mit „eher kargem Klang der Instrumente“ zu tun. Fertig.

Wie üblich sind bei Spiegel-Online zeitgleich zu Theurichs Rezension zufällig bezahlte Anzeigen der besprochenen CDs erschienen.

Weitere Theurichania:

Der flott-fesche Blödian

Theurichtes Gefasel über Musik

Spiegel-Online Pleite?