Sensationell: Warum Jamaika wirklich geplatzt ist.

Grüne wollten Seilbahn für Störche bauen

Von Sepp Zeitblom

Berlin. Es war nicht Christian Lindner, der die Jamaika Koalition schei­tern ließ. Es war das man­geln­de Tierschutzbewusstsein der meis­ten Verhandlungsparter. Anton Göring-Eckardt und Kathrin Hofreiter hat­ten in vor­letz­ter Minute ein klei­nes Großprojekt als con­di­tio sine qua non ein­ge­bracht. Hofreiter: „Das Leiden der vie­len Störche, die im Rahmen des jähr­li­chen Vogelzugs die Meerenge bei Gibraltar über­flie­gen müs­sen, muß end­lich ein Ende haben. Die Heinrich Böll Stiftung hat eine Machbarkeitsstudie beauf­tragt, nach der es mög­lich ist, den Vögeln eine Seilbahn zu bau­en, ähn­lich einem Schilift.“
Der finanz­po­li­ti­sche Sprecher der CSU bestand dar­auf, dass Störche aus dem öst­li­chen Ausland (Polen, Baltikum) eine Maut bezah­len, Kanzleramtsminister Altmaier bestell­te sich ein Schock gebra­te­ne Wachteln als Zwischenmahlzeit. Wolfgang Kubicki frag­te, war­um der Wodka schon wie­der alle sei und Kanzlerin Merkel soll einen Schwächeanfall erlit­ten haben. Der Rest ist bekannt — nix wirds mit Jamaika.
„Das Thema Seilbahn ist noch nicht vom Tisch !“ sag­te abschlie­ßend Grünen-Chef Cem Özdemir gewohnt kämpferisch.

Aktualisierung am 30.12.2017:

Leser *** tat­z­elt uns sehr höf­lich, weil wir der Realität hin­ter­her­hin­ken. Ihm sei den­noch gedankt:

Was Ihre spa­ßi­ge Begründung der Koalitionsprobleme mit der Störche-Seilbahn betrifft, besteht bei aktu­el­len poli­ti­schen Kommentaren hier­zu­lan­de aller­dings eine beson­de­re Schwierigkeit. Wir kön­nen die Realsatire unse­rer poli­ti­schen Klasse zur Zeit kaum top­pen. Zu die­sem Thema las ich gera­de in unse­rer saar­län­di­schen Monopolzeitung fol­gen­de Notiz:
Im saar­län­di­schen Faha müs­sen die Bauern nach Plänen des Umweltministers ihre Felder künf­tig bis 15. August abge­ern­tet haben, was prak­tisch auf eine Änderung des ursprüng­lich Angebauten hin­aus­läuft. Sonst stört das den aus nor­di­schen Tundren nach Afrika flie­gen­den Mornellregenpfeifer in sei­nem tra­di­tio­nel­len als flach erwar­te­ten „Ruhe-Habitat“.